WVV-Vizepräsident Golo Busch stellte beim Kreistag die Arbeit der Kommission des Verbandes vor, hinter ihm am Vorstandstisch Jugendwartin Sarah-Louise Kelle, Peter Mehwald, Angela Keil, Horst Neeb und Sebastian Kuna (v. r.).

Auf der Suche nach besseren Strukturen

WVV-Vizepräsident Busch stellt Arbeit der Verbandskommission vor / Kolbow neuer Lehrwart im Volleyballkreis

Um den Aufgaben und Anforderungen der Zukunft besser gerecht zu werden und den Stellenwert der Sportart zu steigern, müssen sich die Volleyballer in Nordrhein-Westfalen Gedanken über ihre Organisationsstruktur machen und daran arbeiten.

Das wurde deutlich am Donnerstagabend im Hotel Exquisit, wo beim Minden-Lübbecker Kreistag Golo Busch, einer der vier Vizepräsidenten des Westdeutschen Volleyball-Verbandes (WVV), ausführlich Einzelheiten zur geplanten Strukturreform referierte. Nach Darstellung des Gladbeckers gibt es keine bereits vorgefertigte und beschlossene Lösung, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt umgesetzt werden soll. Man werde vielmehr erst ausgiebig mit Hilfe von Kreisen und Vereinen Bestandsaufnahmen machen, Stärken und Schwächen an der Basis analysieren, Erwartungshaltungen feststellen und künftige Aufgaben und Tätigkeiten erörtern, ehe man aktiv wird. Busch: „Wir wollen gestalten und nicht verwalten.“

Mit dieser Arbeit befasst sich in erster Linie eine bereits im November 2009 gegründete Strukturkommission, der neben vier Präsidiumsmitgliedern auch vier Kreisvertreter angehören, darunter der 1. Vorsitzende des Minden-Lübbecker Kreises, Peter Mehwald. Die etwa 120 000 Volleyballer in 1300 Vereinen sind im Westdeutschen Verband derzeit in 41 Kreisverbänden organisiert. In diesen die Runde gemacht hat bisher ein Plan, diese in 16 Regionen neu einzuteilen. Diese „große Lösung“ werde – so Golo Busch – inzwischen aber nur noch von wenigen favorisiert.

Weitere Möglichkeiten seien eine „kleinere Lösung“, bei der einige Kreisverbände zu Regionen zusammengelegt werden, oder aber die „kleinste Lösung“, bei der sich Kreise freiwillig zusammenschließen. Allgemein sei laut Busch aus den Kreisen zu hören, dass Reformbedarf auf jeden Fall bestehe. Zur Zeit seien etwa nur zwei Drittel der Funktionen mit Personen besetzt. Mit in den Prozess eingeschlossen werde auch die Führungs- und Leitungsstruktur des WVV und Ehrenamt und Hauptamtlichkeit auf den Prüfstand gestellt. Präsident (Matthias Fell) und Spielwart (Fritz Hacke) – inzwischen in den 70ern – investieren den Großteil ihrer Freizeit in ihr Amt.

Ergebnisse und Vorschläge könnte nach der von Busch projizierten Zeitschiene die Strukturkommission beim Verbandstag im Sommer 2013 vorstellen. Bei Akzeptanz würden Satzungs- und Ordnungsentwürfe erstellt und bei einem „Außerordentlichen“ Ende 2013 auf der Tagesordnung stehen.

Wenig Zeit in Anspruch nahmen die Regularien bei der Jahreshauptversammlung. Die Berichte der Funktionsträger lagen den 70 Stimmberechtigten schriftlich vor und gaben keinen Anlass zur Diskussion. Die Führung der Kasse durch Angela Keil (die Einnahmen lagen etwas über den Ausgaben) war vorbildlich, und die Entlastung des Vorstandes erfolgte einstimmig.

Bei den Teilneuwahlen zumeist einstimmig in ihre Ämter wiedergewählt wurden 2. Vorsitzender Volker Diepold (in Abwesenheit), Spielwart Ralph Böckmann, Breitensport- und Freizeitsportwart Horst Neeb (möchte im nächsten Jahr ausscheiden), Beachwart Sebastian Kuna und Pressewart Thomas Kühlmann. Neu besetzt werden konnte das zuletzt vakante Amt des Lehrwartes mit Hans-Jörg Kolbow, in Minden wohnender A-Lizenz-Trainer, der nach 30-jähriger Tätigkeit in Niedersachsen nun vor Ort etwas bewirken will.

Den Vereinen ans Herz legte Peter Mehwald die vom Verband geförderte Initiative „volley@school“, ein Konzept zur Zusammenarbeit zwischen Schule und Volleyballverein. Auf der WVV-Karte ist der heimische Kreis hier noch ein weißer Fleck.

Kontrovers diskutiert wurde ein Antrag des OTSV Pr. Oldendorf, dessen männliche C-Jugend in der kommenden Saison in Kreisliga oder -klasse der Damen spielen zu lassen, um mehr Spielpraxis zu bekommen. Mehrheitlich wurde dieser schließlich abgelehnt.

Breitensportwart droht mit Rücktritt

Am Ende der gut dreistündigen Versammlung kam es fast noch zu einem Eklat, als Mehwald vorschlug, für die Mixed-Mannschaften der Hobbyrunde (zuletzt immerhin 17 in drei Parallelgruppen) einen Staffeltag einzuberufen, auf dem die Klasseneinteilung vorgenommen werden solle. BFS-Wart Horst Neeb beharrte auf seiner bisherigen Praxis mit Befragung der beteiligten Teams und drohte mit sofortigem Rücktritt. Der Antrag wurde abgelehnt, und die Wogen glätteten sich wieder . . .

17.3.2012 minden-web