Am Vorstandstisch (von links): Valentin Isaak, Christian Springer, Marc Bekemeier, Hans-Peter Heisig und Angela Keil.

Volleyball-Klubs fehlt männlicher Nachwuchs

Diskussionsfreudiger Kreistag beschließt Maßnahmen und Zuschüsse für Jugendliche / Vorstand bleibt unverändert

Den meisten Vereinen im Volleyballkreis Minden-Lübbecke fehlt Nachwuchs vor allem im männlichen Bereich. Dieses Manko war auch Thema im Rasthaus Wietersheim beim Kreistag 2006, der mit Blick auf die gut gefüllte Kasse dann auch „Bonbons” beschloss, die zumindest bei den vorhandenen Jugendlichen für mehr Motivation sorgen sollen.

Nach dem Bericht von Kreis-Jugendwartin Sarah-Louisa Kelle ist gegenüber der vergangenen Saison die Zahl der Nachwuchs-Teams der Kreisvereine von 52 auf nur noch 42 in der laufenden Spielzeit gesunken, wobei 33 Mädchen-Mannschaften nur deren neun bei den Jungen gegenüberstehen, von denen dann auch der 1. VC Minden noch mehr als die Hälfte stellt. „Ich muss im Laufe eines Jahres bis zu zehn Jungen wieder wegschicken, weil uns Trainer und Übungsleiter fehlen”, fand aus der Versammlung heraus Jürgen Burghard vom MTV Hausberge eine mögliche Erklärung.

Kelle monierte in ihrem Bericht auch, dass an den Trainingsterminen der Auswahlen im Stützpunkt Minden fast nur Spielerinnen und Spieler des 1. VC teilnehmen würden. Um dieses auch für talentierte Jugendliche aus anderen Vereinen attraktiver zu machen, ist zur nächsten Saison vorgeschaltet ein Trainingslager oder eine gemeinsame Freizeit geplant. Auch will der Kreis auf Antrag auch die Fahrten auswärtiger Spielerinnen und Spieler zum Training nach Minden bezuschussen. Angst vor Abwerbung ist eigentlich unbegründet, da den Stützpunkttrainern derartige Aktivitäten bis zur D-Jugend untersagt sind. Ab der C-Jugend unterdessen empfielt der Verband hingegen talentierten Jugendlichen ausdrücklich, sich höherklassig spielenden Vereinen anzuschließen.

Zu einem Großteil die Fahrtkosten übernehmen will der Kreis auch für die Jugendlichen, die am 19. März im westfälischen Halle die Endspiele im Pokalwettbewerb des Deutschen Volleyballverbandes (DVV) besuchen wollen. Für das betreffende Wochenende hat der Westdeutsche Volleyballverband (WVV) sämtliche Punktspiele abgesetzt, um auch möglichst viele Aktive in den Genuss der Bundesliga-Duelle zwischen Moerser SC und VfB Friedrichshafen bei den Herren (ab 13 Uhr) und zwischen Schweriner SC und USC Münster bei den Damen (voraussichtlich ab 15.30 Uhr) kommen zu lassen. Zudem sind Amtsträger und Staffelleiter eingeladen und findet vor den Spielen ein Treffen mit dem Präsidium des WVV statt. Der Minden-Lübbecker Kreisverband will hierzu Busse chartern, wofür aus den Vereinen Meldungen bis zum 17. Februar möglich sind.

Zum Kreistag im Rasthaus Wietersheim, bei dem 13 Vereine durch Nichtanwesenheit glänzten, lagen den Delegierten, die 72 Stimmen auf sich vereinigten, die Berichte der Vorstandsmitglieder schriftlich vor, sodass die Zeit für ausgiebige Diskussionen genutzt werden konnte. Laut Kreisvorsitzender Hans-Peter Heisig hat es in den letzten zwölf Monaten wesentliche oder gar aufregende Veränderungen nicht gegeben. Der Verband und insbesondere der neue WVV-Geschäftsführer seien zuletzt aber recht aktiv in allen Fragen des Rechts und der Finanzen gewesen, wobei für den WVV im Vordergrund stehe, die Vorschriften der Gemeinnützigkeit einzuhalten. Auf ihre Pflichten hingewiesen wurden deshalb auch Kreisvorsitzende und -ausschüsse.

Bezirkstag abgeschafft

Abgeschafft wurden vom WVV die Bezirkstage. Die Bezirksausschüsse (mit u. a. Spielwart, Jugendwart und Schiedsrichterwart) werden ab sofort beim WVV-Verbandstag gewählt, und somit müssen sich die Vereine den 18. Juni (in Hamm) vormerken,

Aus dem Bericht von Schiedsrichterwart Marc Bekemeier ging hervor, dass nicht alle Fortbildungslehrgänge durchgeführt werden und so eine Reihe von Schiedsrichtern ihre Lizenz nicht verlängern konnten. Aus der Versammlung heraus wurde deutlich, dass dieses weniger an Desinteresse sondern mehr an mangelndem Informationsfluss hinsichtlich Terminen und Orten lag.

Sportwart Sebastian Kuna ging u. a. auf die Kreispokalspiele und die Probleme mit den Endspielen ein, nachdem man vor einer verschlossenen Halle stand. Breiten- und Freizeitsportwart Valentin Isaak verzeichnete einen leichten Rückgang der gemeldeten Mannschaften. Man will nun versuchen, diejenigen Mannschaften, die außerhalb des Kreisverbandes in einer „schwarzen Liga” spielen, wieder zurückzugewinnen. Das Jahrbuch 2005/2006 konnte laut Christian Springer, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, nicht ganz vollständig erscheinen, da einige Informationen und Pläne nicht oder zu spät zu bekommen waren. Kassenwartin Angela Keil konnte ein Anwachsen des Guthabens melden, aus dem nun die oben beschriebenen Maßnahmen finanziert werden sollen.

Nach dem Bericht der Kassenprüfer und der Entlastung des Vorstandes wurden bei den turnusmäßigen Wahlen der bisher kommissarisch arbeitende Sebastian Kuna als Spielwart und Beachwart bestätigt sowie Valentin Isaak als BFS-Wart und Christian Springer als Referent für Öffentlichkeitsarbeit wieder gewählt.

4.2.2006 minden-web