„Wenn Vereine eine gute Leistung bekommen wollen, müssen sie uns auch gute Leute schicken“, bringt es Udo Quast auf den Punkt. Doch bislang liegen dem Schiedsrichter-Obmann für den nächsten Anwärter-Lehrgang überhaupt keine Meldungen vor.
„Wenn Vereine eine gute Leistung bekommen wollen, müssen sie uns auch gute Leute schicken“, bringt es Udo Quast auf den Punkt. Doch bislang liegen dem Schiedsrichter-Obmann für den nächsten Anwärter-Lehrgang überhaupt keine Meldungen vor.

Fehlende Schiris kosten Vereine mehr Geld

Verband erhöht in neuem Zwei-Stufen-Plan Ordnungsstrafen / Bei Wechsel noch zwei Jahre im „Soll“ des bisherigen Klubs

„Einige Vereine bemühen sich überhaupt nicht um neue Schiedsrichter und spielen auf Kosten der anderen.“ Sie sind mitverantwortlich dafür, dass dem Fußballkreis 23 Minden und Udo Quast als Vorsitzendem des Schiedsrichter-Ausschusses derzeit gleich 46 Unparteiische fehlen. 146 sollten es eigentlich sein, und auf genau 100 kann Quast aktuell zählen.

Die vom Schiedsrichter-Obmann kritisierten Vereine und alle anderen, die ebenfalls ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, müssen künftig mit Sanktionen rechnen, die ihnen mehr weh tun als in den vergangenen Jahren. Bei ihrer Tagung kurz vor Weihnachten hat die Ständige Konferenz des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) nämlich eine Neufassung der Durchführungsbestimmungen zu Paragraf 37, Abs. 3 bis 5, der Spielordnung des Westdeutschen Fußballverbandes beschlossen. Aus den bisher als „Drei-Stufen-Plan“ bekannten Bestimmungen wurde ein „Zwei-Stufen-Plan“, in dem u. a. die bei der „Untersollbestrafung“ fälligen Summen deutlich angehoben wurden.

Lieber Strafen als Ausrüstung bezahlt

„Die Ausrüstungen, die Vereine ihren Schiedsrichtern stellen müssen, kosten inzwischen mehr Geld als früher, und so haben Vereine zuletzt lieber die Strafen gezahlt, um günstiger zu fahren“, weiß Udo Quast. So hat der Verband auch dieses bei der Erarbeitung der neuen Bestimmungen bedacht, die inzwischen veröffentlicht und somit „amtlich“ sind.
Die Höhe der Ordnungsgelder richtet sich nach der Liga-Zugehörigkeit der 1. Herrenmannschaft eines Vereins. Statt bisher 150 Euro für jeden fehlenden Schiedsrichter pro Spieljahr haben Klubs bis zur Kreisliga A nunmehr 250 Euro zu zahlen, Bezirks- und Landesligisten nunmehr 300 statt 200 Euro und Vereine von der Westfalenliga an aufwärts jetzt 350 statt 250 Euro, also jeweils 100 mehr. Die Berechnung und Erhebung der in dieser Stufe 1 verhängten Ordnungsgelder erfolgt vierteljährlich.
In Stufe 2 werden Vereine eingestuft, wenn sie im zweiten Spieljahr ihr Soll nicht zu 60 Prozent erfüllen. Untersagt ist ihnen dann die Durchführung von Vereinspokalturnieren und Sportwochen auf dem Feld und in der Halle bezüglich aller Herren- und Frauenmannschaften einschließlich Altherren- und Freizeit- und Breitensport-Mannschaften. Ausgenommen hiervon sind echte Vereinsjubiläen (25, 50, 75 und 100 Jahre).
Die Maßnahmen der Stufen 1 und 2 werden nebeneinander verhängt. Für den Fall, dass sich ein Verein von der 2. Stufe befreien lassen will, muss er das dreifache Ordnungsgeld der Stufe 1 entrichten. Diese Option war im bisherigen Drei-Stufen-Plan nicht vorgesehen. In der neuen Fassung aber nach wie vor enthalten ist die Möglichkeit, Mannschaften zum Spielbetrieb nicht zuzulassen: Bei fortgesetztem Schiedsrichteruntersoll kann die spielleitende Stelle davon Gebrauch machen, heißt es.
Detailliert aufgeführt wird auch, für welche Mannschaften Schiedsrichter zu stellen sind, in der Regel einen für Teams der Herren, Frauen, Jugend A und Jugend B sowie drei ab Herren-Landesliga und Frauen-Regionalliga aufwärts. „Wir haben aber auch Mannschaften in den Bezirksligen der Jugend C und D und müssen diese Klassen besetzten“, sieht Quast Nachbesserungsbedarf. Nicht alles in der Neufassung findet seine vollständige Zustimmung, doch er betont: „Auch die neuen Bestimmungen sind ein Hilfsplan, um den Vereinen die Teilnahme am Spielbetrieb zu ermöglichen, auch wenn ihnen Schiedsrichter fehlen.“ Im übrigen bekommen nunmehr Vereine, die besonders rührig sind, für jeden überzähligen Schiedsrichter einen Bonus von 50 Euro pro Unparteiischen im Jahr.

Gut, dass nun die Anwärter geschützt sind

Um Strafgeldern zu entgehen, haben bisher zuweilen Klubs auch mit „Handgeldern“ um Unparteiische geworben. Nach den neuen Bestimmungen lohnt sich das für diese deutlich weniger, denn nach einem Wechsel zählt ein Schiedsrichter künftig noch zwei weitere Spieljahre zum „Soll“ seines Ursprungsvereins. Der neue Klub hat somit nicht unmittelbaren Nutzen. „Ich finde es gut, dass nun die Anwärter geschützt sind“, hält der Mindener Obmann die neue Regelung für besonders sinnvoll zumindest für diejenigen, die gerade ihre Prüfung abgelegt haben. „Bei uns halten sich die jährlichen Wechsel aber im Rahmen. Wenn ein Schiedsrichter von sich aus wechseln will, kann man es ihm nicht verbieten. Spieler tun es ja auch, und zuweilen sogar mehrmals im Jahr . . .“
Festgelegt ist nunmehr auch, dass ein Schiedsrichter innerhalb einer Saison wenigstens 15 Pflichtspiele leiten muss, um zum Soll eines Vereins gezählt zu werden. Die Zahl 15 resultiert aus der Anzahl der Heimspiele eines Teams in einer 16er-Spielklasse.

Lehrgang ab dem 22. Februar

Der nächste Anwärter-Lehrgang beginnt mit Aufnahmeprüfung und Lehrmittelverteilung am Mittwoch, 22. Februar, um 19.30 Uhr in der Ratsklause in Meißen. Die weiteren Ausbildungstage sind am 25. Februar sowie 3., 10. und 17. März in Hüllhorst, wo am 24. Märt auch die Prüfung erfolgt. Bislang lag Udo Quast noch keine einzige Meldung auf einem Kreisverein vor . . .

1887,50 Euro im Quartal

Insgesamt 1887,50 Euro Ordnungsgelder hatten für das letzte Quartal 2011 nach dem bisherigen Drei-Stufen-Plan 25 Kreisvereine wegen Nichterfüllung des Schiri-Solls zu zahlen. Am teuersten wurde es für Union Minden (200 Euro), VfB Gorspen-Vahlsen (150), SV Bölhorst-Häverstädt, TuS Lahde-Quetzen, SV Weser Leteln und TuS Wasserstraße (alle 112,50) sowie SV Kutenhausen-Todtenhausen und FC Bad Oeynhausen (je 100). Weitere sechs Klubs wurden mit je 75 Euro zur Kasse gebeten, zwei mit je 50 Euro und neun mit je 37,50 Euro.

6.2.2012 minden-web