Gleich zweimal wurde Hans-Heinrich Rasche (links) geehrt: Für seine 25-jährige Arbeit als Lehrwart hier durch den Kreisvorsitzenden Walter Schütte sowie für insgesamt 40 Jahre als Schiedsrichter.
Gleich zweimal wurde Hans-Heinrich Rasche (links) geehrt: Für seine 25-jährige Arbeit als Lehrwart hier durch den Kreisvorsitzenden Walter Schütte sowie für insgesamt 40 Jahre als Schiedsrichter.

40 Jahre Schiedsrichter mit Leib und Seele

Doppelte Ehrung für Hans-Heinrich Rasche: Ein Vierteljahrhundert Lehrwart / Quast: Schutzbehauptung gilt nicht

Gleich zweimal erhoben sich bei der letzten Arbeitstagung des Jahres die Schiedsrichter des Mindener Fußballkreises von den Plätzen und zollten Hans-Heinrich Rasche lang anhaltenden Beifall. Der Petershäger stand im Mittelpunkt bei den Ehrungen, die jedes Jahr bei der vorweihnachtlichen Zusammenkunft im Saal der Gaststätte Radtke in Meißen nach einem gemeinsamen Essen vorgenommen werden. Gerührt und überwältigt forderte der 61-Jährige am Montagabend beim zweiten „stehenden Applaus“ dann seine Kollegen scherzhaft auf: „Nun setzt Euch mal, ihr seid ja auch nicht mehr die Jüngsten.“

Unter diesen einen ausfindig zu machen, der schon so lange wie Rasche der Schiedsrichter-Vereinigung angehört, fiel unterdessen schwer. Am 10. Oktober 1972 legte der Petershäger seine Prüfung ab und war nach regelmäßigen Aufstieg zehn Jahre später in der Oberliga angekommen, in der er bis zum Ende seiner aktiven Laufbahn im Jahr 1997 insgesamt 97 Spiele leitete. Zwischenzeitlich kam er auch bei Spielen der 1. und 2. Bundesliga als Assistent an der Linie zum Einsatz und pfiff für zwei Jahre auch in der damals neu eingeführten Regionalliga.

Hans-Heinrich Rasche erhielt aus den Händen des Mindener Schiedsrichter-Ausschuss-Vorsitzenden Udo Quast nicht nur für 40 Jahre Schiedsrichter eine Ehrenurkunde des westfälischen Verbandes. Eine solche überreichte ihm für 25 Jahre als Lehrwart der heimischen Schiedsrichter auch Kreisvorsitzender Walter Schütte. Diese Tätigkeit übt Rasche seit dem 26. Oktober 1987 aus und sorgt für den hohen Ausbildungsstand der Unparteiischen.


Udo Quast (links) zeichnete für 15 aktive Schiedsrichter-Jahre Detlef Fink vom TuS Victoria Dehme aus.
Udo Quast (links) zeichnete für 15 aktive Schiedsrichter-Jahre Detlef Fink vom TuS Victoria Dehme aus.

Für 15 aktive Schiedsrichter-Jahre zeichnete Udo Quast zudem Detlef Fink vom TuS Victoria Dehme aus, der erst mit 32 Jahren die Prüfung ablegte und inzwischen bis hinauf in die Verbandsliga im Einsatz ist.

Schauen, was Vereine im Notstandsjahr anbieten

Angesichts des bis auf den letzten Platz gefüllten Saales – darunter auch die drei weiblichen Referee Bernadette Meilwes, Liza Oppacher und Carolin Rademacher – konnte man nicht auf den Gedanken kommen, dass im Mindener Kreis schon seit Jahren unzählige Schiedsrichter fehlen und zur nächsten Saison die Streichung von Mannschaften droht. Udo Quast störte die vorweihnachtliche Stimmung auch nur mit wenigen Worten: „Wir werden schauen, was uns in diesem Notstandsjahr die Vereine für die Lehrgänge anbieten. Die Schutzbehauptung, wir haben keine geeigneten Anwärter, darf nicht gelten.“

Die – auf drei Jahre im Voraus geplanten – Lehrgänge werden wieder gemeinsam mit den Kreisen Lübbecke und Herford durchgeführt, deren Vertreter Quast am Montagabend ebenso willkommen hieß wie weitere Mitglieder des Mindener Kreisvorstandes.

13.12.2012 minden-web