Ralf Schlingmann (3. v. l.) mit den Vertretern der Meisterteams: Sebastian Gärtner (SV Eidinghausen-Werste II, Kreisliga B Süd), Karl-Heinz Hassfeld (TuS Petershagen-Ovenstädt, Kreisliga A), Reinhold Stierl (SV Weser Leteln, Kreisliga B Nord), Andre Krietemeier (SC Hille III, Kreisliga C 1) und Jan Wiesinger (TSG Neuenknick, Kreisliga C 2).


Detlef Frenz (rechts) nahm für den TuS Barkhausen aus den Händen von Thomas Schickentanz den Fairnesspokal entgegen.
Detlef Frenz (rechts) nahm für den TuS Barkhausen aus den Händen von Thomas Schickentanz den Fairnesspokal entgegen.

„Das ist einfach nur beschämend“

Lediglich eine Anmeldung für den nächsten Schiedsrichter-Lehrgang. Arbeitskreis kommt nicht zustande. TuS Barkhausen freut sich über Fairnesspokal.

Nicht einmal eine Stunde benötigten Kreisvorstand und Vereinsvertreter, um bei der Arbeitstagung der Senioren im Mindener Fußballkreis die zurückliegende Spielzeit noch einmal Revue zu passieren lassen und die letzten Weichen für die am kommenden Wochenende beginnende neue Punkterunde zu stellen.

Raum nahm dabei am Montagabend im Bachhotel in Lerbeck auch solch ein brisantes Thema ein wie der immer größer werdende Mangel an Schiedsrichtern. „Das ist einfach nur beschämend“, kritisierte Kreisvorsitzender Thomas Schickentanz das Desinteresse der Vereine, die bedrohliche Situation zu entschärfen. Gerade einmal eine einzige Anmeldung liegt vor für den nächsten Anwärterlehrgang, der am 25. August in der Ratsklause in Meißen (19.30 Uhr) mit den Eingangsgesprächen beginnt und nach vier Ausbildungstagen (27. August sowie 3., 10. und 17. September) im Schulzentrum Hüllhorst dort am 24. September mit den Prüfungen endet.

Und ebenfalls nur eine Meldung bereits im Vorfeld (Dieter Rademacher von SV Kutenhausen-Todtenhausen) und keine einzige weitere am Montagabend gab es für die vorgesehene Arbeitsgruppe, die nach Wegen aus der Schiedsrichter-Misere suchen soll. „Mit einer Person kann man keine Gruppe bilden. Dann wurschteln wir halt so weiter. Schauen wir mal, wohin das führt“, machte Schickentanz seiner Enttäuschung Luft und brachte die Fusionsbestrebungen des westfälischen Verbandes wieder auf den Tisch, denen vor einigen Jahren die Vereine und Vorstände der Fußballkreise Minden und Lübbecke ablehnend gegenüber gestanden hatten. „Solange wir den Spielbetrieb alleine schaffen, ist das kein Thema, hatten wir damals gesagt. Bei den Frauen und Mädchen ist das nun schon einige Zeit nicht mehr der Fall, und hinter den Schiedsrichtern steht jetzt ein Fragezeichen. Passt auf, es geht nicht mehr lange gut. Ich hebe schon einmal warnend den Finger“, so der Mindener Kreisvorsitzende.

Im Übrigen erfüllen zwölf der 38 Vereine schon seit mehr als einem Jahr das Schiedsrichter-Soll nicht wenigstens zu 60 Prozent und müssen ab sofort das Doppelte an Ordnungsgeldern zahlen, bis sie wieder die 100 Prozent erreicht haben.

Anfangs der Versammlung war Ralf Schlingmann als Vorsitzender des Kreis-Fußballausschusses noch einmal auf das Abschneiden der Männer- und Frauen-Mannschaften in der zurückliegenden Saison eingegangen. Zudem konnten die Meister der verschiedenen Kreisligen die entsprechenden Urkunden entgegennehmen.

Eine besondere Ehre wurde dem TuS Barkhausen zuteil, der als Verein mit den wenigstens Spielstrafen (einmal Gelb-Rot) mit dem Fairnesspokal ausgezeichnet wurde. Nur knapp dahinter kam SC BW Lerbeck ein, der den Wanderpokal in der Saison zuvor gewonnen hatte und nun einen kleineren Pokal erhielt, der im Vereinsbesitz bleibt. Aber auch Vereine mit mehr als einer Mannschaft (wird in der Auswertung berücksichtigt) lagen weit vorn: TuS Wasserstraße, RW Maaslingen, TuS Petershagen-Ovenstädt, FC BW Holtrup, TuS Lahde-Quetzen, SC Hille, SV Päpinghausen-Cammer und VfB Gorspen-Vahlsen folgten auf den Plätzen drei bis zehn.

10.8.2016 minden-web