Nach der Meisterehrung durch die Staffelleiter Ulrich Faymann (2. v. l.) und Ralf Schlingmann (2. v. r.): Olaf Krüger (Wulferdingsen), Matthias Müller (Costedt), Sadok Ferchichi (Meißen), Wilhelm Darlath (Gorspen-Vahlsen) und Michael Seeger (Windheim / v. l.).


Für den SC Blau-Weiß Lerbeck nahm Alexander Berg (rechts) aus den Händen von Thomas Schickentanz den Fairnesspokal des Kreises entgegen.
Für den SC Blau-Weiß Lerbeck nahm Alexander Berg (rechts) aus den Händen von Thomas Schickentanz den Fairnesspokal des Kreises entgegen.

Fairnesspokal geht an SC Blau-Weiß Lerbeck

Arbeitstagung hakt Punkte der Tagesordnung zügig ab / B-Ligisten müssen sich auf Ausbleiben eines Schiris einstellen

In rekordverdächtigen 80 Minuten war am Montagabend bei der Arbeitstagung der Mindener Kreisvereine vor der neuen Fußballsaison alles gesagt.

Fast alles: Denn kurz nach dem offiziellen Ende bat im „Lahder Krug“ Staffelleiter Ralf Schlingmann noch einmal kurz um Ruhe. „Ulrich Faymann ist in der neuen Spielzeit für die Kreisliga B Süd und die Kreisliga C 1 zuständig, ich für die anderen drei Staffeln. Aber das wird auch noch in den Offiziellen Mitteilungen online zu lesen sein“, schob er nach.

Der unaufhaltsame Vormarsch der elektronischen Medien und die zunehmende Abwicklung des Spielbetriebs über das Internet waren der eine Grund für die ungewöhnlich kurze Dauer der Versammlung. Längst vorbei sind die Zeiten, in denen die Vereinsvertreter kiloweise Papierunterlagen ausgehändigt bekamen. Der zweite Grund war, dass Thomas Schickentanz zügig und ohne groß auszuschweifen durch die Tagesordnung manövrierte. „Wir machen hier keine Palastrevolution. Kreisvorsitzender Walter Schütte ist noch in Urlaub“, erklärte der Geschäftsführer, stellvertretende Vorsitzende und Pokalspielleiter im Kreis 23 Minden des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes (FLVW) die Abwesenheit des „Chefs“. Aus dem gleichen Grund waren von den Funktionsträgern auch Kreiskassierer Gerhard John und der Freizeit- und Breitensport-Obmann Manfred Büsching.

Tuspo Meißen weicht nach Dankersen aus

Im Rückblick auf die vergangene Saison ging Schickentanz zunächst auf die heimischen Frauen-Mannschaften ein (für die kreis-eigene Kreisliga 1A findet der Staffeltag am 22. August ab 19 Uhr im Sportheim Kutenhausen statt) und beleuchtete das Abschneiden der Männer-Teams in den höheren Klassen. Aus den Kreisligen erwähnte Schickentanz insbesondere das A-Liga-Entscheidungsspiel um die Meisterschaft zwischen SuS Wulferdingsen und TuS Lahde-Quetzen im Weserstadion vor der „überragenden Kulisse von 1100 Zuschauern“. Die Staffelleiter nahmen die Ehrung der Meister vor, von denen Tuspo Meißen in der kommenden Saison in Dankersen spielt, weil Maße und Form des Platzes in Meißen in der B-Liga nicht zulässig sind.


Sascha Berndt nahm für Fairnesspokal-Vorjahres-Sieger TSG Neuenknick einen Erinnerungspokal entgegen.
Sascha Berndt nahm für Fairnesspokal-Vorjahres-Sieger TSG Neuenknick einen Erinnerungspokal entgegen.

Von den 39 Kreisvereinen die wenigsten Strafen für seine Senioren- und Altherren-Mannschaften hinnehmen musste in der vergangenen Saison der SC Blau-Weiß Lerbeck. Nach der Saison 2006/2007 durften die Portaner somit zum zweiten Mal den vom Mindener Tageblatt gestifteten und bereits seit 1973/74 vergebenen Fairnesspokal entgegennehmen.

Zur neuen Spielzeit appellierte Schickentanz noch einmal an die Vereine, künftig regelmäßig in ihre elektronisches Postfächer zu schauen, denn alles, was dort eingehe, sei hinsichtlich Fristen oder Bestimmungen künftig „bindend“. Das betonte dann auch noch einmal Andreas Lüttge als Vorsitzender der Senioren-Kreis-Spruchkammer. Gleiches gelte natürlich auch für die online abrufbaren Durchführungsbestimmungen oder die Auf- und Abstiegsregelung. In dieser aufgenommen ist im übrigen auch der „GAU“ von gleich sechs Mindener Absteiger aus der Bezirksliga, was aufgrund der Spielklassenreform theoretisch möglich ist.

Hinsichtlich der Kreisstruktur-Reform des westfälischen Verbandes, der nicht nur die Vereine in den Kreisen Minden und Lübbecke ablehnend gegenüber stehen, erklärte Schickentanz, dass – wie kürzlich beim westlichen Nachbar geschehen – auch hier kurzfristig ein außerordentlicher Kreistag einberufen werden könne, wenn man gegenüber dem Verband ein eindeutiges Votum der Vereine benötige.


Kreis-Schiedsrichter-Obmann Udo Quast appellierte eindringlich, etwas gegen die wenig erfreuliche Situation zu tun.
Kreis-Schiedsrichter-Obmann Udo Quast appellierte eindringlich, etwas gegen die wenig erfreuliche Situation zu tun.

54 fehlende Schiris schon eine Hausnummer

Ausgiebig diskutiert wurde die (nicht neue) Schiedsrichter-Problematik. „54 fehlen, das ist schon eine Hausnummer“, stellte Schickentanz fest. Geholfen wäre dem Schiedsrichter-Ausschuss und den Ansetzern schon, wenn mit jeder zusätzlich gemeldeten Mannschaft auch ein Lehrgangs-Teilnehmer benannt würde, der zumindest 12 bis 15 Spiele im Jahr leiten könne (also in etwa die Zahl der Heimspiele des Teams). Schickentanz: „Wenn sich nichts tut, müsst ihr damit rechnen, dass auch in der Kreisliga B nicht mehr alle Spiele besetzt werden und diese zu einer Operettenliga wird . . .“

17.8.2011 minden-web