Spartenleiter Rudolf Munker (links) nahm für den VfL Minden aus den Händen von Walter Schütte den Fairnesspokal entgegen.

Fairnesspokal an Fußballer vom VfL Minden

Einziger Verein ohne Rote Karte / Elektronischer Spielberichtsbogen im Kreis in der kommenden Saison „zum Üben“

„Ich hab’s zunächst nicht glauben wollen. Ich dachte, ich hätte mich verrechnet“, meinte augenzwinkernd Walter Schütte, der Vorsitzende des Mindener Fußballkreises, als er bei der Arbeitstagung der Senioren den Gewinner des Fairnesspokals verkündete.

Als Verein mit den wenigsten Strafen im Seniorenbereich stand für die zurück liegende Saison 2008/2009 nämlich der VfL Minden ganz oben auf Schüttes Liste, nachdem die Mindener in den letzten Jahren in dieser Wertung zumeist deutlich weiter hinten zu finden waren. „Vor vielen Jahren war nicht einmal daran zu denken, dass der VfL einmal den Pokal gewinnen könnte“, blickte Schütte zurück und freute sich über den Wandel: „Vielleicht hat ja auch die neue Heimstätte in Dankersen dazu beigetragen.“

Stefan Meyer freute sich für den TuS Barkhausen über einen Erinnerungspokal.

Stefan Meyer

Mit seinen beiden Mannschaften blieb der VfL bei viermal Gelb-Rot als einziger der 40 Kreisvereine ohne jede Rote Karte und lag nach dem Wertungsfaktor knapp vor TuS Wasserstraße und TuS Victoria Dehme mit ihren jeweils vier Mannschaften. Fußball-Spartenleiter Rudolf Munker nahm aus den Händen Schüttes den Fairnesspokal entgegen, der in den neun Spielzeiten zuvor jeweils nach Porta Westfalica und zuletzt an den TuS Barkhausen gegangen war. Stefan Meyer freute sich für die Barkhauser über eine kleinere Throphäe, die zur Erinnerung im Vereinsbesitz bleibt. Den seit der Saison 1973/74 vergebenen ewigen Wanderpokal hatte der VfL Minden im übrigen bereits einmal in der Spielzeit 1981/1982 gewinnen können. Vorsitzender Franz „Johnny“ Wagener über den aktuellen Erfolg: „Das ist ganz allein der Verdienst von Trainer Enio Vultaggio.“

Viel Sitzfleisch bewiesen die Vertreter der Vereine, denn die Tagung im Lahder Krug dauerte etwas mehr als drei Stunden. Nach Schüttes Rückblick auf die vergangene Spielzeit stand die neue Saison im Mittelpunkt. Nach den höheren Spielklassen, für die es nunmehr verbindlich ist, sind nun auch die Kreisligisten aufgefordert, die Spielberichtsbögen elektronisch via Internet auszufüllen, in der bevorstehenden Spielzeit allerdings noch zur Probe. „Ihr könnt am besten Erfahrungen sammeln, wenn ihr es versucht. Wir vom Vorstand werden Euch jederzeit helfen“, riet Schütte dazu, möglichst früh einzusteigen, und bescheinigte den Vereinen: „Ich habe zuweilen den Eindruck, wir an der Basis sind manchmal weiter als die Herren vom Verband.“ Ab dem 1. August wird zudem im Kreis für „Post“ an die Vereine ausschließlich nur deren elektronisches Postfach genutzt.

Aufgrund der technischen Veränderungen waren die den Klubs an die Hand gegebenen Durchführungsbestimmungen zur Saison dann auch etwas umfangreicher als zuletzt.
Das Vorziehen von Spielen auf Wochentage im Spätsommer und die Aufteilung der Kreisliga-C-Mannschaften auf nunmehr drei Staffeln stieß bei den Vereinsvertretern auf keinerlei Kritik. Schütte augenzwinkernd: „Wir versuchen, durch das Vorziehen und die Spielplan-Entzerrung dem schlechten Wetter aus dem Weg zu gehen. Aber wahrscheinlich gibt’s im Winter drei Monate lang Sonnenschein …“




FCO-Reserve, TuS Döhren, SVEW, FC Assyrian und VfL Minden freuen sich über die Meister-Urkunden

Die Meisterschaftsrennen in den fünf Senioren-Staffeln des Mindener Fußballkreises sahen in der zurückliegenden Saison am Ende doch noch deutliche Sieger. In der Kreisliga A setzte sich FC Bad Oeynhausen II durch, für den Manfred Schmarsch (ganz rechts) bei der Senioren-Arbeitstagung des Kreises im Lahder Krug die Meisterurkunde entgegen nahm. Meister in der Kreisliga B wurden in der Nordgruppe TuS Döhren (links Frank Noelle) und SV Eidinghausen-Werste (Zweiter von links Tony Rainforth), und in den beiden Staffeln der Kreisliga C setzten sich FC Assyrian Bad Oeynhausen (in der Mitte Sabri Kulan) und der VfL Minden (Zweiter von rechts Jens Niggemeier) durch. In der neuen Saison wird es am Ende dann sechs Meister geben, da die Kreisliga C nun in insgesamt drei Gruppen spielt.


Udo Quast

Schiri-Obmann Quast: Stehen fast vor Pleite

Rund 50 Unparteiische fehlen im Mindener Kreis / Für Lehrgang noch keine einzige Meldung

„Wir stehen fast vor einer Pleite!“ Drastisch schilderte Kreis-Schiedsrichter-Obmann Udo Quast die aktuelle Situation. „Uns fehlen derzeit rund 50 Unparteiische, das hat es zuvor noch nie gegeben“, stellte der Ovenstädter bei der Arbeitstagung der Seniorenfußballer im Lahder Krug fest.

152 Schiedsrichter müssten es nach der Zahl der Mannschaftsmeldungen sein, doch nur 15 der 40 Kreisvereine erfüllen ihr Soll vollständig. Drei Klubs fehlen je vier Schiedsrichter, vier Vereinen deren drei, 16 Klubs jeweils zwei und neun weiteren jeweils ein Unparteiischer. Aber auch die 15 nicht säumigen Vereine nannte er namentlich. Eine Lösung für das Problem hatte er aber auch nicht. „Wir können nur ausbilden und helfen, aber keine Schiedsrichter erzeugen. Wir können nur geben, wenn und gegeben wird“, appelierte er an die Vereinsvertreter, für den am 27. August in Meißen beginnenden neuen Anwärter-Lehrgang geignete Kandidaten zu melden. Bislang ist die Resonanz gleich Null. Bei Engpässen könnten demach in der kommenden Saison gar B-Liga-Spiele ohne Schiedsrichter-Ansetzung bleiben.

Kreisvorsitzender Schütte sieht derartige Probleme nicht nur im Mindener Kreis und im Fußball: „Wir müssen die Situation ernst nehmen, sonst geht’s den Bach runter.“ „Ist es aber schon“, fügte Quast an.

Elektronischer Spielberichtsbogen:

Die Premiere im Kreis bei einem Pflichtspiel erfolgte am vergangenen Sonntag beim Erstrunden-Kreispokal-Spiel zwischen SuS DE Costedt und der FT Dützen – mit Hilfe und etwas holprig, aber erfolgreich.

Hallen-Cup für die Kreisliga C:

Zur Überbrückung der spielfreien Zeit im Winter zwischen 18. Oktober und 14. März ist in den nach dem Zwölferschlüssel spielenden C-Ligen ein kreisweiter Hallen-Cup geplant mit Vor-, Zwischen- und Endrunde. Kreis-Breitensport-Obmann Manfred Büsching ist Ansprechpartner und befasst sich mit den Planungen.

Passvorlage:

Trotz Fortschreitens der Technik wird der Kreisvorstand auch vor der neuen Saison nicht darauf verzichten, die Spielerpässe zu kontrollieren. Möglichkeiten zur Vorlage bestehen für die Vereine am 5. August von 18 bis 21 Uhr in den Sportheimen Haddenhausen und Quetzen.

Kreispokal-Endspiel:

Das Finale des laufenden Wettbewerbs wird am Samstag, 3. Oktober, beim FC Oeynhausen ausgetragen. Die Punktspiele der beiden beteiligten Teams vom darauffolgenden Sonntag werden vorgezogen.

29.7.2009 minden-web