Neun Vereine konnten einen vom DFB finanzierten Laptop entgegen nehmen; einen hiervon hat Thomas Schickentanz (rechts) gerade an Christoph Stahlhut vom SV Päpinghausen-Cammer überreicht.

Klare Absage Schüttes an die Kreisreform

Fußball-Vereine und FLVW-Kreis diskutieren Cupwettbewerb: Erstrunden-Freilose für Vertreter im Westfalenpokal?

Eigentliches Anliegen der „Pokalsitzung Senioren“ am Montagabend im Sportheim von Union Minden war der Rückblick auf die Wettbewerbe der jüngsten Vergangenheit und deren künftige Gestaltung, doch wurden bei diesem Treffen zwischen Fußballkreis-Vorstand und den Vereinen noch eine Reihe weiterer zum Teil brisanter Themen angesprochen und diskutiert.

„Wir wir’s machen, ist es verkehrt“ und „Wir können es nicht allen recht machen“ waren Formulierungen, mit denen Kreis-Geschäftsführer Thomas Schickentanz als Pokalspielleiter die Problematik umschrieb, bei der Termingestaltung und den Ansetzungen einen Weg zu finden, der nicht auf Kritik stoße. Und mit Blick auf den jüngsten Wettbewerb räumte er ein: „Auch ich bin nicht frei von Fehlern.“

Das Hin und Her um neue Spieltermine für die ausgefallenen Halbfinals und anschließend auch das Endspiel, das dann schließlich nicht zustande kam, waren letztlich der Anlass für die Versammlung am Montagabend, bei der Kreisvorsitzender Walter Schütte zu diesen Vorgängen noch einmal seine Meinung sehr deutlich machte: „Wir lassen uns nicht von Befindlichkeiten irgendwelcher Trainer abhängig machen.“

Einige Anwesende befürworteten ausdrücklich die Praxis der zurückliegenden Jahre (Qualifikation und 1. Runde vor dem Punktspielstart und die weiteren Runden wochentags bis zum Finale am 3. Oktober) als zusätzliche Möglichkeiten zum Einspielen der Mannschaften. Andere und vor allem der Vertreter des FC Bad Oeynhausen monierten die Vielzahl der Spiele innerhalb von wenigen Wochen, in denen die Badestädter in diesem Herbst neben Punkt- und Kreispokal-Begegnungen auch noch Westfalenpokal-Partien unterzubringen hatten.

Grundsätzliche Veränderungen in der Terminplanung sind nach den ausgiebigen Diskussionen vom Montag für den nächsten Wettbewerb nicht zu erwarten. Als „Zugeständnis“ zieht Thomas Schickentanz aber in Erwägung, für die ersten beiden Runden den beiden Mannschaften Freilose zukommen zu lassen, die parallel dann den Kreis im Westfalenpokal-Wettbewerb vertreten, den beiden Finalisten FT Dützen und FC Bad Oeynhausen. Endgültiges hierzu wird am Dienstag, 15. Februar, bekannt gegeben, wenn in der Hartumer Buschklause bei der Arbeitstagung zwischen den Halbserien auch die Auslosung des nächsten Kreispokal-Wettbewerbs vorgenommen wird. Einer angeregten völligen Freistellung von höherklassigen Mannschaften trat insbesondere Walter Schütte scharf entgegen: „Damit würden wir den Sinn des Pokalwettbewerbs torpedieren, in dem ein Kreisligist auch mal gegen einen Landesligisten spielen darf.“

Bis zur Arbeitstagung wird auch bekannt sein, auf welchen Termin der westfälische Verband den ersten Punktspieltag der nächsten Saison festgesetzt hat. „Mitte August“ und somit mitten in den diesmal sehr spät liegenden Sommerferien der Schulen lautet der derzeitige Kenntnisstand.

Nach dem Nichtzustandekommen des Endspiels im aktuellen Kreispokal-Wettbewerb zwischen dem FCO und der FTD ist im übrigen Union Minden, dem die Ausrichtung dieses Spieles entgangen ist, bereits als Gastgeber für das Finale des kommenden Wettbewerbs vorgesehen.

DFB spendiert Laptops für neun Vereine

Zweiter Punkt der Tagesordnung war die Übergabe von Laptops aus einer DFB-Aktion an Kreisvereine. Finanziert werden diese vom Deutschen Fußball-Bund aus Geldern, die der Verband von der FIFA für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika erhalten hat. Schütte: „Ab und zu erinnert sich der Verband an seine Basis.“ Deren neun waren für den Mindener Kreis ausgelobt worden und sollen hier in Sachen Kommunikation die Infrastruktur verbessern. Am schnellsten beworben hatten sich TuS Wasserstraße, FC Bad Oeynhausen, TSG Neuenknick, TuS Petershagen-Ovenstädt, SV Päpinghausen-Cammer, SV Kutenhausen-Todtenhausen, TuS Kleinenbremen, RW Maaslingen und SV Eidinghausen-Werste, deren Vertreter am Montag die Geräte entgegen nehmen konnten. In diesem Zusammenhang mahnte Schütte an, regelmäßiger das Elektronische Postfach zu überprüfen.

Das Zusammentreffen mit den Vereinsvertretern nutzte Kreisvorsitzender Schütte dazu, diese aufzufordern, sich bis zur Arbeitstagung im Februar Gedanken über die Reformen zu machen, die der westfälische Verband plane: „Als der Fußball-Entwicklungsplan im Frühjahr 2010 herauskam, schrien alle ‘Hurra’. 80 Prozent sind auch gut, aber Knackpunkte sind die Reformen der Spielklassen und der Kreise.“ Unter nur noch vier (statt fünf) Landesligen werde es nur noch zwölf (statt bisher 15) Bezirksligen und somit weniger Aufsteiger aus den Kreisen geben, die durch Zusammenlegungen auf 24 (bisher 33) reduziert werden sollen, wobei die Kreise 23 Minden und 20 Lübbecke zu einem werden würden. „Aufgrund der dann zustande kommenden Entfernungen bin ich total gegen die Kreisreform und in diesem Punkte gewiss kein Freund von Präsident Hermann Korffmacher“, bekannte Schütte: „Oder wollt ihr in der Kreisliga künftig von Lohe nach Dielingen oder von Wasserstraße nach Oberbauerschaft fahren?“ Die Zusammenarbeit sei zwar gut mit dem Lübbecker Kreis, doch ständen auch diese einer Zusammenlegung ablehnend gegenüber.

Sollten die Mindener Kreisvereine am 15. Februar eine andere Meinung äußern, werde Schütte auch diese gegenüber dem Verband vertreten, der für 2012 einen Außerordentlichen Verbandstag plane, um beim „Ordentlichen“ in 2013 dann die Reform beschließen zu können. Sollte dieses so geschehen, werde der Kreisvorsitzende beim dann ebenfalls anstehenden Kreistag für ein Amt nicht mehr zur Verfügung stehen: „Gut 90 Prozent der derzeitigen Funktionsträger im Kreis haben für 2013 ohnehin bereits ihr Ausscheiden angekündigt.“

Staffelleiter

Bei der Tagung äußerte sich FLVW-Kreisvorsitzender Walter Schütte auch zu den jüngst publik gewordenen Meinungsverschiedenheiten über Kompetenzen zwischen ihm und den Staffelleitern Ralf Schlingmann und Günter Ruschmeier, die zum Rücktritt des Letztgenannten führten: „Ich weiß bis heute nicht, warum.“ Ruschmeiers Aufgaben nimmt bis zum Saisonende Schütte selbst wahr, und zur Suche nach einem Nachfolger zur nächsten Spielzeit werde man vielleicht schon bei der Arbeitstagung im Februar etwas sagen können. „Die Sache ist noch nicht ausgestanden. Ich werde aber nicht während der Saison die Brocken hinschmeißen“, formulierte unterdessen am Montag Schlingmann, der nach einem weiteren Gespräch und einer Sitzung des Fußballausschusses am Donnerstag eine Entscheidung fällen will.

Schiedsrichter

„Wir bewegen uns nach unten“, bekannte Kreis-Schiedsrichter-Obmann Udo Quast, der zur Verbesserung der Schiri-Misere für den nächsten Anwärter-Lehrgang warb. Erster Treff ist am 9. März in der Ratsklause in Meißen, und die weiteren Termine sind wieder in Hüllhorst am 12., 19. und 26. März sowie 2. und 9. April (Prüfung). Der Lehrgang im Herbst beginnt am 14. September.

Sportplätze

„Gratulation, da hat es eine Elterninitiative geschafft, einen Sportplatz zu erhalten“, sandte Schütte Lob in Richtung Barkhausen, bedauerte die Schließung der Plätze in Minden an Bierpohlweg und Fort C und appellierte: „Die Kommunen sind arm wie die Kirchenmäuse. Wir müssen selbst etwas tun. Sonst sind wir verlassen.“

19.1.2011 minden-web