Meister FTD verpasst Fair-Play-Pokal knapp

TuS Bruchmühlen in der Bezirksliga mit wenigsten Strafen / Kein Spieltag über Ostern / Künftig zählen auch die Tore

Nur knapp hat die FT Dützen als Meister der Fußball-Bezirksliga-Staffel 1 in der vergangenen Saison einen zusätzlichen Titelgewinn verpasst: In der Wertung um den Fair-Play-Pokal dieser Klasse mussten die “Turner” hauchdünn geschlagen dem TuS Bruchmühlen den Vortritt lassen.

Beim Staffeltag der Liga im Sportheim von Meister FTD überreichte Staffelleiter Dieter Möller (Rödinghausen) den Pokal an Ralf Bollmann, den Geschäftsführer des Klubs aus dem Kreis Herford. Hinter TuS Bruchmühlen (3 Punkte) und der FT Dützen (4) belegten die weiteren Plätze Spvg Hiddenhausen (5), SV Wüsten, Bünder SV (je 6), FC BW Holtrup, VfL Mennighüffen, SV Oetinghausen (je 7), VfL Holsen (9), FC Pr. Espelkamp (10), SV Schnathorst (11), TuS Lockhausen, TuS Holzhausen/Porta (je 12), TuS Oeynhausen (13), TuS Dielingen (15) und Türk SV Herford (20). Für eine gelb-rote Karte hatte Möller einen Punkt, für zwei Wochen Sperre nach roter Karte zwei Punkte, für vier Wochen nach Rot drei Punkte und für eine Verhandlung für der Bezirksspruchkammer (einmal der Fall) vier Punkte vergeben. Insgesamt wurden von den Schiedsrichtern in der vergangenen Saison 28 rote und 68 gelb-rote Karten verhängt.

“Würdiger Meister”

Meister FT Dützen konnte sich aber ebenfalls über eine Ehrung freuen: Für den Titelgewinn nahm Geschäftsführer Hans-Joachim “Sony” Ott aus den Händen Möllers die obligatorische Meisterurkunde entgegen. Der Staffelleiter bezeichnete die FTD als würdigen Meister, die mit dem 2:0 am siebten Spieltag die Führung übernommen und bis zum 30. und letzten Spieltag nicht mehr abgegeben hatte. Zur vergangenen Spielzeit merkte Möller noch an, dass es ein Unding sei, wenn trotz schlechten Wetters Vereine unter der Woche Freundschaftsspiele bestreiten, Punktspiele am Wochenende wegen Platzsperren dann aber ausfielen.

Nach der Verteilung der Umschläge mit den (bekannten) Spielansetzungen, Anschriftenlisten und weiteren Unterlagen stand die neue Saison im Vordergrund. Nach dem Hinrundenschluss (1. Dezember) werden wie gewohnt noch zwei Rückrunden-Spieltage vor der Winterpause ausgetragen. Weiter geht es dann am 23. Februar. Am Karnevals-Wochenende ist der Samstag (1. März) für Nachträge vorgesehen, ebenso der Gründonnerstag (17. April), da diesmal über Ostern kein geschlossener Durchgang angesetzt ist. Eventuelle Entscheidungsspiele steigen gleich nach dem letzten Durchgang (1. Juni) über Pfingsten (7. bis 9. Juni). Im Normalfall steigen der Meister in die Landesliga auf und die drei Letzten in die Kreise ab. Da künftig die höheren Klassen aber auf Sollstärke gebracht werden, ist durchaus ein vermehrter Aufstieg möglich. Neu zur am nächsten Wochenende beginnenden Saison ist auch, dass nun auch in der Bezirksliga bei Punktgleichheit die Tore zur Ermittlung der Platzierung hinzugezogen werden. In den meisten Kreisen (auch in Minden) wird diese neue Verbandsbestimmung in der kommenden Spielzeit noch nicht umgesetzt.

Dreimal in die Kirche

Regeländerungen gibt es laut Mindens Kreis-Schiedsrichter-Obmann Udo Quast zur neuen Saison nicht. Heiterkeit löste aber die DFB-Anordnung aus, dass auch bei den Amateuren künftig Werbung und Aufdrucke nur noch auf den Trikots, aber nicht mehr auf “Unterziehhemden” erlaubt sind. Sollte ein Schiedsrichter so etwas (zum Beispiel bei überschwänglichem Torjubel mit Hochheben oder Ausziehen des Trikots) bemerken, muss er dieses im Spielbereichtsbogen festhalten. Die Art der Bestrafung ist aber nicht geregelt. Möller: “Wenn da ,Jesus lebt’ steht, werde ich den Spieler wohl dreimal in die Kirche schicken . . .”

Zum Staffeltag hatte Möller alle in der Klasse verbliebenen Vereine bis auf SV Oetinghausen sowie Landesliga-Absteiger SV Werl-Aspe und die drei Aufsteiger TuS Windheim, SV Sundern und TuS Levern begrüßen können, daneben vom Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) den stellvertretenden Vorsitzenden des Verbands-Fußball-Ausschusses, Rainer Wallert (Paderborn), mit Udo Quast, Fritz Struckmeier, Günter Temme und Heinz Osterhage Vertreter der FLVW-Kreise Minden, Lübbecke, Herford und Lemgo, die mit Klubs in der Bezirksliga 1 vertreten sind, sowie Hans Büker (Bielefeld) als Vorsitzenden der Bezirksspruchkammer I Ostwestfalen.

Pokal fast vergessen

Nach nur gut dreiviertel Stunden waren die Regularien abgehakt und konnten Offizielle und Vereinvertreter dem von Meister FT Dützen angerichteten kalten Büffet zusprechen. Danach hätten sich TuS Bruchmühlens Vertreter fast ohne den gewonnenen Fair-Play-Pokal auf die Heimreise gemacht, doch Sony Ott bemerkte dieses und lief ihnen hinterher . . .

12.8.2002 minden-web