Gold und viermal Silber für die Mindener

Keiner ging leer aus: Bei den in der Mindener Kampa-Halle von den Mindener Bogenschützen ausgerichteten Deutschen Meisterschaften 2004 durften sich alle vier Teilnehmer des Gastgebers über Edelmetall freuen.

Am meisten glänzte dabei die Medaille von Timo Scheiba. Der Youngster im Team der Mindener wurde mit dem Blankbogen in seiner Klasse U12 allen Vorschusslorbeeren gerecht und verteidigte seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich. Cool wie ein alter Hase brachte er auf seinem Weg zur Goldmedaille die Pfeile auf die Scheibe. Nach der Hälfte der doppelten FITA-Runde (insgesamt 60 Pfeile) lag der junge Mindener bereits 36 Ring und mehr vor der Konkurrenz und hatte mit 260 Ring Kurs auf den von ihm selbst gehaltenen Deutschen Rekord genommen, den er erst Mitte Januar in Hüllhorst auf 514 (von 600 möglichen) Ring verbessert hatte. In der zweiten 30er-Serie lief es dann nicht mehr ganz so gut (249), während sein ärgster “Konkurrent” Nils Döllert (BSC Rheinberg) zulegen konnte (242 nach 224). Der Sieg des Mindeners mit am Ende 509 Ring (Döllert kam auf 466 Ring) war aber zu keiner Zeit in Gefahr.

“Man kann schließlich nicht immer Deutschen Rekord schießen”, war auch Vater Stephan Scheiba mit der Leistung seines Filius hoch zufrieden, zumal dieser nur fünf Ring unter seiner und der deutschen Bestmarke geblieben war, dabei jeden vierten der 60 Pfeile in die Zehn setzte und weitere 18 Mal die Neun traf.

“Das Soll für dieses Jahr ist erfüllt, ich bin hochzufrieden”, freute sich auch Peter Neubauer riesig. Der dreifache Deutsche Meister von 1995, 1996 und 1998 erkämpfte sich mit dem Langbogen bei den Herren Ü45 mit 437 Ring eine Silbermedaille, mit der er nach der ersten Runde gar nicht mehr gerechnet hatte, lag er da doch schon weit zurück nur auf Platz 4. Doch sein Kampfgeist wurde belohnt. “Das war ein hartes Stück Arbeit”, atmete er auf, als er mit vier Ring mehr als der Schwarzwälder Jürgen Schaaf (433) als Vizemeister feststand, wobei er Sieger Yoshi Okabe (BC Wolfen/451) in der zweiten FITA-Runde gar noch einen Ring abnahm. Nachdem Neubauer die letztjährigen Titelkämpfe nach einer Schilddrüsen-Erkrankung nur als Sechster beendet hatte, plagten ihn diesmal Schmerzen in der Schulter, sodass er statt mit dem gewohnten 67-Pfund- nur mit einem 55-Pfund-Bogen schoss. Ursache hierfür war im übrigen sein Einsatz bei der Vorbereitung der Meisterschaften mit Scheibenschleppen usw.

Die Mindener Starter durften sich dann noch über drei weitere Silbermedaillen in der Mannschaftswertung mit dem Langbogen (Damen, Herren, Ü-Klassen) freuen. Außer Ü45-Schütze Peter Neubauer zählten zu dieser Peter Polikeit und Stephan Scheiba, die in der Herren-Klasse starteten. Polikeit, der bereits 1999 einmal Meister war, erreichte hinter Sieger Bernd Gesch (TSV Lindenberg/534) mit 454 Ring als Fünfter ebenfalls einen Platz auf dem Treppchen bei der Siegerehrung. Scheiba blieb unterdessen bei seiner ersten DM-Teilnahme nach eigenen Aussagen “unter seinen Möglichkeiten” und musste sich als Dritter nach der ersten Runde schließlich mit Platz 7 (426) begnügen. Zusammen brachten es die Mindener auf 1317 Ring hinter Meister TSV Lindenberg (1480) und klar vor Bronze-Gewinner BSV Dresden (1018).

Noch etwas erfolgreicher als die Mindener Bogenschützen waren am Wochenende in der Kampa-Halle die Starter vom BC Oberbauerschaft, dem zweiten Bogensportverein aus dem Kreis Minden-Lübbecke, mit insgesamt viermal Gold sowie je einmal Silber und Bronze.

Mehr als 400 Bogenschützen kämpften in zehn Altersklassen und fünf Bogenarten um die Titel des deutschen Bogenschützen-Verbandes (DBSV), wobei auf 27 Bahnen quar durch die Arena jeweils 60 Schuss in zwei 30er-Serien auf der 18-Meter-Distanz abzugeben waren. Die Mindener um ihren Vorsitzenden Uwe Gieseking, Stellvertreter und Sportwart Joachim Huckauf und Jugendwartin Lucy Chinn und weitere gut 30 der rund 100 Vereinsmitglieder als Helfer erwiesen sich als gute Gastgeber und ernteten für die Ausrichtung auch Lob vom Verbandspräsidenten Erich Manske aus Kassel und Bundesjugendwart Erich Kässler.

15.3.2004


Timo Scheiba ist zufrieden

Peter Neubauer jubelt